Sonja Egger Illustration | Charakterentwicklung | Text

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Wenn sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen

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Valentinstag, Fasching, Ostern, Geburtstage… eine ganze Reihe von Fest- und Feiertagen stehen wieder vor der Tür und ich hab mir gedacht, es könnte nicht schaden schon jetzt mit ein paar Verpackungsideen daher zu kommen. Ich liebe Pillow-Boxes, die man so einfach aus Klopapierrollen machen kann. Super geeignet für Süßigkeiten und kleine Aufmerksamkeiten für die Kids. Bemalen ist nicht jedermanns Sache und manchmal fehlt schlichtweg die Zeit. Diese Arbeit hab ich Euch abgenommen – Ihr müsst nur noch:

° Gratis-PDF auf (120 grammiges) Papier ausdrucken,
° ausschneiden,
° mit Sprühkleber auf die nackige Klopapierrolle kleben und gut trocknen lassen.
° Den unteren Teil flach drücken und mit einer Tasse als Schablone und einem Falzbein o.ä. einen Bogen auf Vorder- und Rückseite falzen. Bögen nach innen klappen.
° Die Perfektionistinnen unter Euch schneiden noch links und rechts vom Brustfleck ein kleines Dreieck weg, sodass ein Hals entsteht. In diesen Kerben hält ein Halsband ganz hervorragend.
° Der Fuchs bekommt noch einen Schwanz aus Papier (ebenfalls auf der Schablone), der Hase bekommt einen Pomponbommel und die Katze einen Schwanz aus Chenilledraht.
° Jetzt muss das Ganze nur noch befüllt werden.
° Schleifchen drumherum und fertig!

Fuchs und Hase sagen sich am Creadienstag und bei Ninas Upcycling-Dienstag Gute Nacht, und Ihr findet nachstehend die PDF-Dateien zum Gratis-Download. Nicht vergessen: Nur für den privaten Gebrauch! ;-)

Habt es fein!

PDF-Fuchs
PDF-Hase
PDF-Katze

 

Rezeptkarten

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Kennt Ihr das Nebenherkritzeln während des Telefonierens noch? Ich kann besser denken, wenn meine Finger was zu tun haben. Und besser entspannen. Jetzt, wo Pflege, Job, Haushalt und lästiger Papierkram grade über mir zusammen schwappen und ich keine Zeit zum Tüfteln habe, mache ich am liebsten kleine Naturstudien. Das ist Kopfauslüften und Fingerübung in einem. Und manchmal kommen auch ganz praktische Ideen dabei heraus, wie diese Rezeptkarten. (Und um es vorweg zu nehmen (ich kenne einige von Euch schon gut genug ;-))– der Hase ist nicht für die Rezepte gedacht!

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Kombiniert habe ich die Bleistiftzeichnungen mit alten Besteck-Kupferstichen von hier. Und weil ich mag, was dabei herausgekommen ist, werde ich die noch recht dürftige Sammlung um einige Motive erweitern. Was haltet Ihr davon?

Das ist mein heutiger Creadienstags-Beitrag und nun versuche ich noch ein bisschen Zeit abzuknapsen und bei Euch vorbei zu schauen. Auch wenn ich momentan nicht so zum Kommentieren komme, lese ich doch bei Euch mit.

Habt einen schönen Tag!

Nachtrag: Über Tines entzückende Dienstagsskizze bin ich bei der Herzblutprojektaktion von blick7 gelandet. Wow, wie toll. Und zufällig total passend.

 

 

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Mein erster Bloggeburtstag heute hier. Den 100sten Post nur knapp verpasst (wie machen das andere liebe Bloggerinnen, die in der selben Zeit doppelt so viel posten?). Eigentlich ein Grund zum Feiern und eigentlich sollte dieser Post ein lustiger werden. Aber es kommt anders. Mein Leben ist gerade auf den Kopf gestellt. Ausgelöst durch ein einzelnes Ereignis. Aber ein schwerwiegendes. Seit 12 Jahren illustriere ich Kinderbücher, in manchen Jahren bis zu 10. Mein Terminkalender immer ein bis zwei Jahre im voraus gefüllt, ein Projekt nach dem anderen abarbeiten. Das Leben zerrinnt zwischen den Fingern, die Fließbandproduktion nicht aus reiner Freude an der Sache, sondern aus der puren Notwendigkeit die Lebenshaltungskosten mit einem mageren Honorar zu decken. Arbeiten, fernsehen, schlafen.
Irgendwann dann vor zwei Jahren die Erkenntnis, dass jeglicher Freiraum fehlt. Persönlicher wie auch beruflicher. Keine Möglichkeit der Entfaltung und düstere Aussichten für die Zukunft. Auch in gesundheitlicher Hinsicht – null Bewegung, Seelenfutter und Dauerstress hinterlassen Spuren an Körper und Seele. Und dabei die Einsamkeit und die Unmöglichkeit sich mit KollegInnen auszutauschen oder ein direktes Feedback auf die eigene Arbeit zu erhalten.

Als mir ein Verleger – einer der letzten echten – am Anfang meiner Laufbahn gesagt hat, man könne von der Illustration nicht leben, habe ich ihm nicht geglaubt. Und ich war stur genug durchzuhalten und stolz darauf, dass ich es tatsächlich und aus eigenem Antrieb geschafft hatte. Aber es ist und bleibt ein Drahtseilakt: Wenn man ein halbes Jahr an einem Buch arbeitet und der Verlag dann die Reinzeichnungen (hier ein Coverausschnitt) ablehnt, kann das die Existenz kosten. So geschehen vor einigen Tagen. Im Klartext heißt das für ein halbes Jahr Arbeit etwas mehr als 1000,– Ausfallhonorar. Die Umstände und die Gründe für die Ablehnung sind unerheblich. Hier geht es auch gar nicht um Schuldzuweisung – es ist fraglich ob man bei unterschiedlichen Erwartungen und Vorstellungen überhaupt von Schuld sprechen kann. Aber es geht um Verantwortung.

Es ist wahr: Bücher machen ist teuer, Bilderbücher machen ganz besonders. Jedes einzelne Buch muss in einem aufwändigen Offset-Verfahren gedruckt, beschnitten und gebunden werden, von der Entwicklung des Inhalts mal ganz abgesehen. Verlage wenden zur Berechnung einen fixen Kalkulationsschlüssel an, der neben den Produktions- und Vertriebskosten auch das Honorar für AutorInnen und IllustratorInnen berechnet. Wahr ist, dass viele Verlage – besonders kleinere und Nischenverlage – ums Überleben kämpfen. Dass es immer schwerer wird, sich in der immensen Fülle an jährlichen Neuerscheinungen durchzusetzen.
Aber wahr ist auch, dass das ganze Verlagswesen ein Riesengeschäft ist. Wer mit offenen Augen durch die Frankfurter Buchmesse geht, sieht wie viel Geld im Spiel ist. Das Verlagswesen ist vergleichbar mit der modernen Agrarökonomie: Immer mehr produzieren zu immer billigeren Preisen. Überschüsse für die Müllhalde. Bücher verkommen zu Wegwerfartikeln.
Als Illustratorin höre ich immer, dass man meine Leistung gerne höher honorieren würde, dass aber der Markt zu heiß umkämpft sei. Im deutschsprachigen Raum sei es besonders schwer zu veröffentlichen, weil die Auflagezahlen nicht vergleichbar seien mit den Absatzmöglichkeiten beispielsweise im angelsächsischen Raum. Wenn Gewinn also nicht über die Größe des Absatzmarktes hereinzuholen ist, müsse man sich eben preislich von der Konkurrenz abheben.

Wenn sich also alles über den Preis entscheidet: Wie kommt es dann, dass beispielsweise in Italien mit einem winzigen Absatzmarkt ganz andere (Bilder-)Bücher produziert und zu einem viel höheren Preis verkauft werden können?

Die Antwort ist naheliegend. Weil Bücher einen anderen Stellenwert haben und Käufer bereit sind, Qualität zu honorieren.

Die Verantwortung liegt also bei uns allen. Mit jeder Kaufentscheidung treffen wir auch eine Entscheidung über das Leben von anderen Menschen. Wir müssen nicht (nur) nach Asien oder Afrika schauen, wo wir Menschen unter sklavenähnlichen Bedingungen für unseren Konsum schuften lassen. Die Ausbeutung findet auch bei uns statt, in den eigenen Reihen. Und auch in den achso-prestigeträchtigen Berufen.

Ich liebe meinen Beruf und ich kann mir nicht vorstellen, ihn jemals ganz aufzugeben. Aber ein zweites Desaster dieser Größenordnung kann ich nicht heil überstehen.
Ich muss mir nun überlegen, wie es weiter gehen soll.
Und ich glaube auch, dass die ganze Gesellschaft sich diese Frage stellen muss.

Heute, an diesem 1. Geburtstag wollte ich auch meinen Shop eröffnen, aber die Ereignisse der letzten Tage haben mich in meiner Planung zurück geworfen. Und so lange ich nicht eröffne, kann ich mich schrödingerskatzengleich auch einer Illusion hingeben. Wenigstens dieser einen noch. Ich wollte heute mit Euch feiern. Dass es schön ist hier zu sein. Dass ich mich freue über Eure vielen positiven Rückmeldungen und darüber so wunderbare Menschen kennengelernt zu haben – manche sogar in echt. Das Feiern wird verschoben, das Danke bleibt:
Danke, dass Ihr da seid und mir zuhört. Und mich nicht bemitleidet, sondern dieses System überdenkt.

 

 

Stempelgummi

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Heute ist mein 100ster Post. Der 99ste hat mir leider nicht das Wacom-Tablet von hier eingebracht, aber dafür einen zweiten Platz und einen Sack voller Annerkennung. Ich danke Euch allen fürs Daumendrücken! Das Tablet kann ich mir kaufen, aber solche Rückmeldungen sind unbezahlbar. Meine herzlichen Glückwünsche an die verdiente Siegerin Dania.

Und jetzt zu etwas ganz Anderem:
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Mano und Kerstin haben mich vor ein paar Wochen nach dem Material gefragt, das ich zum Stempelschnitzen verwende. Angefangen von Radiergummi bis hin zu Linol habe ich schon Etliches ausprobiert. Ersteres zu klein für meine Zwecke, letzteres mit erheblichem Kraftaufwand verbunden, wenn man gute Ergebnisse ohne Druckerpresse erzielen will.
Mit anderen Materialien kommt man auch ohne Presse zu guten Ergebnissen:

° 1  Den Hasen hab ich mit einem weißen Stempelgummi von Factis geschnitzt. Der Gummi ist sehr weich und lässt sich auch von Anfägern und Kindern sehr gut bearbeiten. Für filigranere Motive finde ich ihn aber zu weich. Trotz meiner kurzen Fingernägel sind mir immer wieder ungewollte Cuts passiert. Auch für größere Motive ist das Material nicht optimal, weil ein bisschen instabil – da sollte man den Stempel auf ein Trägermaterial aufziehen. Es gibt diesen Stempelgummi auch in blau – eine festere Variante und mir persönlich lieber.

° 2  Stempelgummi von Knorr Prandell. Wesentlich fester als Factis. Trotzdem leicht zu bearbeiten, wenig Verschnitzgefahr; eindeutig mein Favorit unter den herkömmlichen Stempelgummiplatten. Allerdings im Einzelhandel teuer und schwer zu bekommen.

° 3  Softcut, hier schon mal gezeigt. Mag ich sehr. Hat ähnliche Eigenschaften wie Linol, ist aber leichter zu schnitzen und bröselt nicht. Man bekommt ganz saubere Kanten hin, ist also auch für sehr filigrane Arbeiten geeignet. Allerdings muss die dünne Platte auf einem Trägermedium befestigt werden.

Welches Werkzeug ich zum Schnitzen verwende, habe ich schon mal hier geschrieben. Ich hoffe, ich hab Euch ein bisschen weiter geholfen.

Meine Schnitzereien schicke ich zum Creadienstag und Euch wünsche ich noch einen schönen Tag!

 

 

Schneeeee!

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Krankheitsbedingt ist aus dem geplanten Landkurzurlaub im Schnee (es gab wirklich welchen. Seufz.) nix geworden. Zum Trost oder zur Ablenkung habe ich mich in allerallerletzter Minute entschlossen, ein weihnachtliches Schneebildchen beim Illustrationswettbewerb von Luloveshandmade (Danke Ulma und Katja, für den Tipp!) einzureichen. Zu gewinnen gibt es nämlich ein Wacom-Tablett, und das könnte ich sehr gut gebrauchen. Wie heißt es so schön? Dabei sein ist alles. Und wenn ich leer ausgehe, freue ich mich Lus wunderbaren Blog kennengelernt zu haben.

Habt noch einen schönen 2. Adventsonntag!

 

 

Krampus

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In Kindheitstagen war der 5. Dezember ein Tag des Schreckens. Wie es in Österreich Brauch ist, kommt da nämlich der Krampus zu den bösen Kindern (muss ich dazu mehr sagen?). Und der Krampus ist wirklich, wirklich furchteinflößend. Schon damals wäre ich am liebsten zu Hause unter der Bettdecke geblieben. Und heute bei diesem grau(slich)en Wetter bleib ich wie Nic auch lieber gemütlich daheim.
Kerzerl anzünden, Tee trinken, in Ruhe arbeiten.

Und damit verschwinde ich auch schon ins Wochenende zu lieben Freunden aufs Land mit dem ersten Schnee, hoffentlich. Habt es fein an diesem zweiten Adventwochenende!

 

Ars Pro Toto

kunst für alle/s
illustration und handgemachtes

ars pro toto bei brigitte-mom

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