Sonja Egger Illustration | Charakterentwicklung | Text

Und sonst so

Nach Stich und Faden

 

Ich sticke neuerdings. Ich hab’s ja wirklich nicht mit klassischen Handarbeiten. Das liegt aber nicht daran, dass ich Nähen, Sticken, Stricken, Häkeln und alles drumherum nicht mag. Traumatische Unterrichtsstunden von vor Jahrzehnten wirken nach. Während Buben mit Laubsäge und Hammer ihre pubertierenden Testosteronschübe kanalisieren durften, wurden wir Mädchen mit Pulloverstricken und Röckenähen auf unseren Platz in der (damaligen?) Gesellschaft verwiesen.
Und abgesehen davon: Irgendwie werden auch heute meine Nähte nie grade, meine Maschen nie akkurat (sofern nicht überhaupt gleich fallengelassen und krakelig wiederaufgenommen), meine Muster eher expressionistisch als ordentlich. Meine Ergebnisse waren und sind bestenfalls suboptimal.

Jetzt gibt es aber ein Buch, das wie für mich gemacht ist. Das Mut macht. Und Lust. Jawoll! (Und weil Ostern vor der Tür steht: Ein heißer Tipp für alle, die dem Osterhasen ein bisschen unter die Arme greifen wollen):

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Ein Buch, das nicht lang fackelt und schnelle Ergebnisse mit viel Witz und Augenzwinkern bringt.

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Lisa von Dekotopia sprüht vor Ideen – und das nun nicht mehr “nur” auf ihrem Blog. Zu einem für mich relativ unentdeckten Thema zeigt sie in ihrem neuen Buch eine Fülle an spritzigen, schnörkellosen Wohn- und Dekoideen. Mit Raffinesse werden fade Alltagsgegenstände verfeinert und Allerweltsmöbelstücke vom Schweden zu individuellen Schmuckstücken. Mein absolutes Highlight sind ihre gestickten Kinderkrakeleien auf Leinwand. Soo herzig!

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Im vorderen Teil werden Techniken erklärt, Basiswissen vermittelt und Begriffe wie Oberstich und Rückstich aus den hintersten Ganglien hervorgeholt. Die leicht verständlichen und reich bebilderten Anleitungen bringen auch Anfängern und Verweigerern ein schnelles Erfolgserlebnis, und selbst für Stickprofis bietet die große Bandbreite des Buchs eine reiche Inspirationsquelle, die man nach Belieben abwandeln und den jeweiligen Kenntnissen und  Erfordernissen anpassen kann.

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Ok, ich werd trotzdem nicht zur Stickliesl, aber dass ich mich mal wieder an Nadel und Faden gewagt habe, ist Lisas Verdienst. Ich freu mich über den Input, und wer weiß… Vielleicht verlieren Bleistift, Filznadel und Säge irgendwann mal den Reiz für mich. Dann weiß ich jedenfalls an wen ich mich wenden muss, und ich hoffe, es kommen noch viele Bücher von Dir, Lisa!…

 

 

 

 

Schlüsselfertig

 

Ich habe ein neues Hobby. Letzten Herbst hab ich in einem Kurs das Leder Punzieren gelernt und bin seither begeistert von den neuen Möglichkeiten, die sich mir nun auftun. Leder ist ein toller, organischer Werkstoff mit Eigenschaften, die mich schon immer fasziniert haben. Es wird im Gebrauch und mit dem Alter immer schöner und ist ein ähnlich sinnlicher Handschmeichler wie Holz.

Der ursprüngliche (Kurs-)Plan war einen Gürtel zu machen: Einen Lederstreifen mit Schlagstempeln verzieren, färben und schlussendlich mit einer Schnalle versehen.

Ich wollte es genauer wissen…

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… und habe mich an etwas Anderes gemacht. Mein Vater trug immer ein kleines Etui bei sich, durch das ein Lederstreifen gefädelt war. An dessen einem Ende war ein Schlüsselring und am anderen Ende war ein Druckknopf befestigt mit dem entsprechenden Gegenpart auf der Vorderseite des Etuis. (Hosen-)Taschen waren mit diesem Etui gut vor scharfkantigen und -zackigen Schlüsseln geschützt.
Meine Version hat statt des Druckknopfs einen kleinen Karabiner, der sich am Taschenhenkel oder Reißverschluss befestigen lässt. Am Band ziehen, und ich erspare mir lästiges Kramen. Schlüssel und v.a. Tascheninhalt sind geschützt, und wenn man den Lederstreifen lang genug macht, muss man den Karabiner nicht einmal von der Handtasche lösen. Sehr praktisch.

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Das Motiv für die Verzierung – ein Käfer – entstand aus der Not heraus: Ich wollte keine fertigen Stempel verwenden, und mir ist grad nichts besseres eingefallen. Zur Punziermeisterschaft ist es noch weit: Der Käfer weist lauter kleine Fehler auf, aber die sieht man nach dem Einfärben des (ursprünglich hellbraunen) Leders kaum mehr. Und ich weiß jetzt wie man Kanten professionell schärft und versäubert, und meine erste Sattlernaht ist auch (fast ganz) gerade geworden.

 

Äußerst willkommener Nebeneffekt der Arbeit: Man vergißt Raum und Zeit…

 

Verlinkt mit Creadienstag.

 

 

 

Nussiges Biskuit

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Ich liebe Biskuitporzellan, das durch die fehlende Glasur noch filigraner und edler aussieht als glasiertes Porzellan. Mittlerweile bekommt man auch schon günstige Dekoartikel in den Geschäften, aber natürlich finde ich nirgends genau das, was ich mir vorstelle.

 

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Und was ich mir vorstelle schaut so aus: Fein ziselierte Walnüsse. Ohne Metallanhänger. Zwei durch ein schmales weißes Band miteinander verbunden. Geeignet für den Christbaum oder auf einem Zweigerl oder Geschenk.

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Also selber machen. Ich habe mir dafür eine Silikonform gemacht. Es gibt viele verschiedene Abformmassen im Kunsthandel und mittlerweile sogar im Bastelbedarf. Gute Ergebnisse bekommt man mit Zwei-Komponenten-Formmassen (z.B. Gédéo Siligum), die schnell aushärten, ohne Lufteinschlüsse und mit hoher Detailgenauigkeit.

Mein “Porzellan” ist weiße luftrocknende Knetmasse (Fimo Air), die nach dem Aushärten formstabil bleibt. Anschließend die Kanten schleifen, Band einziehen und je zwei Hälften zusammenkleben. Darauf achten, dass die Klebeflächen staubfrei sind, sonst hält der Kleber natürlich nicht. Die falschen Porzellannüsse schauen täuschend echt aus. Erst die Haptik verrät, dass hier geschummelt wurde.

Heute ist (Crea)dienstag und Feiertag. Ich geh heut auf den Christkindlmarkt und schau, ob ich ein bissl Weihnachtsstimmung finde.

 

Die Gewinner meiner Adventverlosung gebe ich im nächsten Post bekannt. Habt es fein!

 

 

Von Geschenken und Zwickmühlen

 

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Was ich am Bloggen so mag, sind u.a. die unverhofften Begegnungen und Bekanntschaften. Durch eine glückliche Fügung habe ich Barbara von Eintopfheimat kennen gelernt. Auf der Suche nach speziellen Illus für Ihren Blog-Relaunch ist sie bei mir gelandet. Ihre Experimentierlust in der Küche hat mich sofort fasziniert und ich freue mich, dass einige meiner Zeichnungen auf ihrem schönen Blog vertreten sind.
Für Euch springt bei dieser Kooperation auch etwas heraus: Ihr habt die Möglichkeit eine meiner Rezeptkartenboxen zu gewinnen: Hinterlasst bis Mitternacht einen Kommentar. -> klick!
Und noch ein kleines Vorweihnachtsgeschenk gibt es: Den wunderbaren Adventkalender von Ute kennt Ihr hoffentlich!? Heute könnt Ihr dort ein kleines Tiermandala von mir herunter laden. -> klick!

 

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Angesichts der Begegnungen mit so netten Menschen stecke ich in einer Zwickmühle: Der zweite Bloggeburtstag steht vor der Tür und ich brüte seit Wochen über der Frage, ob der zweite auch der letzte sein wird. Ich muss mir eingestehen, dass mein Blog zunehmend als Selbstbedienungsladen wahrgenommen wird. Was ich nicht gratis zum Download zur Verfügung stelle, wird dreist geklaut oder 1:1 kopiert. Mittlerweile wurde auch schon der ganze Blog geklont und existiert als illegaler kolumbianischer Zwilling im Netz. Und dann gibt es auch noch die Arglosen, die nur “für sich privat” meine Designs nachbauen und ganz harmlos “teilen”. Wenn ich Pech habe über einen Dienst wie whatsapp, dessen Nutzung bekanntermaßen die Übertragung aller Urheberrechte bedingt.

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Abgesehen vom Ärger und vom finanziellen Schaden, bin ich menschlich enttäuscht. Ich gebe es zu. Ich will nicht glauben, dass unsere Welt nur so funktioniert. Momentan weiß ich daher nicht so recht, was ich posten soll. Mir fehlen die Worte.

 

°°°

 

Euch allen, die Ihr Euch nicht angesprochen fühlen müsst ein herzliches Dankeschön fürs Mitlesen und Mitleben! Bis bald.

 

 

Tee am Samstag

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Das war eine gute Woche: Mit einem Kalligrafie-Kurs. Schönschreiben und Kontemplation.

Der Samstag hat auch gut begonnen. Ausschlafen, Teetrinken und Kerzerln anzünden von der lieben Nica. Und endlich schaffe ich es heute auch wieder zu Ninja, die in einer Woche heiratet! Meine herzlichsten Glückwünsche, liebste Ninja! Ich freu mich so für Dich!

Jetzt geht’s mal raus zum Einkaufen und der Rest des Tages wird mal gefault. ;-)

Schönes Wochenende, Ihr Lieben!

 

 

Girlanden

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Eigentlich hatte ich für heute etwas ganz Anderes geplant, aber dann bekam ich unerwartete Post und schon nach der ersten Durchsicht hat es in den Fingern gejuckt… Im Nu war mein heutiger Creadienstags-Beitrag fertig und den möchte ich der lieben Absenderin (klick!) widmen:

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Inspiriert wurde ich von Juttas neuem Buch “Zauberhafte Girlanden“. Ich bin wirklich begeistert. Es findet sich für jeden Geschmack das Passende, meist hat man das Material zu Hause und Anleitungen, Vorlagen und Fotos animieren sofort zum Loslegen.
Vielleicht kennt Ihr auch Juttas Blog Grimmskram!?? Der steckt – wie das Buch – voller großartiger Ideen. Man sieht da wie dort, dass hier jemand schreibt, der wirklich Ahnung hat. Und Können. Alles mit viel Herzblut.

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1000 Dank, liebe Jutta!

 

Und Ihr so?

 

 

 

 

Ars Pro Toto

kunst für alle/s
illustration und handgemachtes

ars pro toto bei brigitte-mom

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