Sonja Egger Illustration | Charakterentwicklung | Text

Wien

Auf der Kirmes

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In Wien ist das halbe Jahr Kirmes. Den Prater kennt jeder, der schon mal was von Wien gehört hat. Und meint damit eigentlich den Wurstel-Prater (gesprochen: Wurschtel-Prater), denn so heißt der verhältnismäßig kleine Teil mit dem Vergnügungspark. Mit Prater ist eigentlich ein riesiges Naherholungsareal gemeint, das aus weitläufigen Wiesen und Wäldern besteht und das Messegelände und ein Stadion (ja, auch wir haben Fußball-Stadien, auch wenn wir nicht wissen, wozu) beherbergt. Weniger bekannt – und das habe ich hier schon einmal gepostet – ist der Böhmische Prater, der angrenzend an ein anderes Naherholungsgebiet, den Laaer Wald, liegt. Der Böhmische Prater ist tatsächlich nur ein Vergnügungspark. Ein sehr überschaubarer. Das was ihn dennoch und gerade für Familien besonders interessant macht: hier kommen v.a. die Kleinsten auf ihre Kosten. Außerdem ist er sowas wie ein Freilichtmuseum, denn es stehen – und fahren – noch etliche Ururalt-Karusselle ganz aus Holz, die liebevoll von Hand bemalt sind und jedem Adrenalin-Junky die Stirn bieten. Die Karussellpferdskizze und alle Fotos sind dort entstanden – bis auf das zweite von oben: das wurde letztes Jahr auf Noirmoutier im französischen Département Vendée gemacht und hat sich hier eingeschummelt, weil mich grad arges Fernweh plagt.

Wenn ich schon nicht weg kann, geh ich jetzt wenigstens zu Luziapimpinella und schau, was sich dort so abspielt.

 

In Heaven

Schon seit Wochen bietet der Himmel über Wien keine Gelegenheit für ein halbwegs spannendes Foto. Ich geb ja zu, dass die verschiedenen Nuancen zwischen warmgrau, kaltgrau und matschgrau eine gute Übung in Sachen Farbenlehre sind, aber zu viel mehr inspiriert der Bick nach oben auch nicht. Während Bau und Bauern wetterbedingt über kräftige wirtschaftliche Einbußen klagen, lachen sich die Museen angesichts der Besucherzahlen ins Fäustchen. Und tatsächlich muss man vor allem dem Wiener Leopold Museum Blumen streuen: geradezu prophetisch war die Idee zur aktuellen Wolken-Ausstellung. Vielleicht hat sich das Kuratorium aber auch einfach nur am Konzept der Indoor-Skipisten ein Beispiel genommen; jedenfalls hat es den Himmel in all seiner Dramatik einfach ins Haus geholt. So kann ich heute endlich ein paar Bilder – wenn auch gefakte – zu Katjas Himmelserie beisteuern:
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Von Edward Munch bis Gerhard Richter, von Claude Monet bis Andy Warhol wird ein beeindruckender Bogen über 200 Jahre kunstgeschichtliches Luftschlösser-Bauen gespannt. Wolken aus Öl, Silberfolie und Watte, Atompilze, Dampf und Industriequalm in allen Kumulus- und Cirrus-Formen – nichts wird ausgelassen. Ich würde mir mehr solcher themenbezogenen Ausstellungen wünschen.

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Und wen’s interessiert, wie der Himmel draußen war (und ist):

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Schönes Wochenende wünsche ich Euch allen!

 

Schneemann und weiße Schokolade

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Noch nie – nie – hat es in Wien so viel Schnee gegeben. Also zumindest soweit ich mich erinnern kann. Kaum ist er weg, ist er auch schon wieder da! Die Fortbewegung per Langlaufschier oder Rodel ist trotzdem nichts weiter als Gaudium oder Hang zur Theatralik, denn das Streusalz geht hierzulande scheinbar nie aus und verwandelt innerstädtische Gehwege in graubraune Eispfützen, die sich nicht eignen für Kufen. Ich versteh den Gedankengang hinter dem Salzwahn nicht. Kann mir das bitte jemand mal plausibel erklären? Soll es wirklich angenehmer sein durch dreckiges Salzwasser nahe dem Gefrierpunkt zu waten, als trockenen Fußes auf festgetretenem Schnee sein Ziel zu erreichen? Und das Ausrutsch-Argument wenn es wieder friert ist auch Schmarren. Wo bitte ist der Unterschied, ob es mich auf gefrorenem Schnee oder auf Eis zerlegt? Zumindest am Stadtrand ist man ein bissl gescheiter. Oder knausriger. Jedenfalls hat man dort das Vergnügen, den fest getrampelten Schnee unter den Schuhen knirschen zu hören.
Nicht nur Schnee und Salz gibt’s momentan zuhauf. Auch eine erstaunliche Menge an Schneemännern tummelt sich in der Innenstadt, und ich trau mich wetten, dass hier keine Kinder am Werk waren.
Steifgefrorene Hände – große wie kleine – wärmt man am besten auf mit einem Glas heißer Schokolade. Hier ein Rezept ganz in weiß:
Mark einer Vanillestange in ca. 1/4 l Milch aufkochen,
1 Prise geriebene Muskatnuss und
1 Prise Salz dazu.
50 g gehackte, weiße Schokolade in die heiße (aber nicht kochende!) Milch geben und 2-3 Minuten ziehen lassen, bis sich die Schokolade ganz aufgelöst hat.
In ein Glas füllen und nach Geschmack mit Schlagobers garnieren.

Schönen Wochenbeginn!

 

Weiß wie Schnee

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… und rot wie Blut.
Schnee haben wir heuer wirklich reichlich bekommen, und der Winter geht in die Verlängerung. Da braucht’s wenigstens drinnen den Gegenpart…
Schönes Wochenende Euch allen!

 

Wiener Sonntag

Wenig zu sehen am Himmel. Die Februar-Farbpalette, die seit der Schneeschmelze der letzten Tage nur mehr Braun- und Grautöne kennt, wurde aber heute wenigsten um ein bisschen blau erweitert.
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Und ein bisschen Grün gibt’s dazwischen auch noch.
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Heute mal keine Nebelsuppe, dafür blauer Himmel, Sonnenschein und kalter Wind. Endlich raus! Der böhmische Prater ist der weniger bekannte kleine Bruder des berühmten Wiener Praters, und was ihn für uns reizvoll macht: er liegt quasi ums Eck.
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