Ich stimme jetzt nicht in die Litanei ein, dass früher alles besser war. Aber trotzdem trauere ich meinen Kinderbuch-Heldinnen, zum Leben erweckt von der wunderbaren Astrid Lindgren oder der grandiosen Christine Nöstlinger, nach. Die Protagonistinnen der modernen Mädchenliteratur finde ich im Gegensatz dazu tendenziell farblos – oder schlimmer noch – stereotyp. Von einschlägigen Reality-Soaps beeinflusst drängen auch immer mehr (Bilder)Bücher zum Thema Model auf den Markt. Neulich habe ich gelesen, dass 65% der erwachsenen Frauen 10 (!!!) IQ-Punkte abgeben würden im Austausch gegen mehr Schönheit. Ich war fassungslos. Was richten solche Vorbilder an?
Ich liebe freche selbstbewusste Mädchenfiguren wie die Froschprinzessin von Nikola Huppertz, denen auch Schwächen zugestanden werden. Da ich in der glücklichen Position bin mir meine Arbeit aussuchen zu können, wähle ich mit Bedacht, aber manchmal entscheidet einfach das Honorar. Oder es kommt vor, dass ich mein Stil-Repertoire erweitern will und ich nehme einzig und allein deshalb einen bestimmten Job an, wie beispielsweise die Covergestaltung der Silberherz-Reihe von Amy Tree (Band 1-8).
Ich finde, dass Mädchenkram literarisch gesehen eine möglichst große Bandbreite abdecken sollte. Dann sind auch ab und zu stereotype Modelmalbücher erlaubt. Was meint Ihr?
Bild oben: Silberherz von Amy Tree, Band 1 (Ravensburger)
Bilder unten: Supermann und Froschprinzessin von Nikola Huppertz (Arena)
Mehr Mädchenkram bei Luzia Pimpinella.
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