Sonja Egger Illustration | Charakterentwicklung | Text

Rezepte

Rezeptkarten

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Kennt Ihr das Nebenherkritzeln während des Telefonierens noch? Ich kann besser denken, wenn meine Finger was zu tun haben. Und besser entspannen. Jetzt, wo Pflege, Job, Haushalt und lästiger Papierkram grade über mir zusammen schwappen und ich keine Zeit zum Tüfteln habe, mache ich am liebsten kleine Naturstudien. Das ist Kopfauslüften und Fingerübung in einem. Und manchmal kommen auch ganz praktische Ideen dabei heraus, wie diese Rezeptkarten. (Und um es vorweg zu nehmen (ich kenne einige von Euch schon gut genug ;-))– der Hase ist nicht für die Rezepte gedacht!

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Kombiniert habe ich die Bleistiftzeichnungen mit alten Besteck-Kupferstichen von hier. Und weil ich mag, was dabei herausgekommen ist, werde ich die noch recht dürftige Sammlung um einige Motive erweitern. Was haltet Ihr davon?

Das ist mein heutiger Creadienstags-Beitrag und nun versuche ich noch ein bisschen Zeit abzuknapsen und bei Euch vorbei zu schauen. Auch wenn ich momentan nicht so zum Kommentieren komme, lese ich doch bei Euch mit.

Habt einen schönen Tag!

Nachtrag: Über Tines entzückende Dienstagsskizze bin ich bei der Herzblutprojektaktion von blick7 gelandet. Wow, wie toll. Und zufällig total passend.

 

 

Ho ho ho!

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Ganz ehrlich: Ich bin ja nicht so der Keks-(Back)-Fan. Gerne wo stibitzen, aber selber zig Sorten machen… Muss nicht sein. Nur bei Spitzbuben werde ich schwach, und die mache ich auch gern. Wahrscheinlich hat jede von Euch ein geheimes oft erprobtes Rezept von der Oma. Es funktioniert sowieso so gut wie mit jedem Mürbteig – z.B. diesem hier:

250 g Mehl
200 g frische Bio-Butter (unbedingt! Alles andere schmeckt man raus)        *
100 g Zucker
2 Dotter
Mark einer Vanilleschote

*

Alle Zutaten * schnell zu einem Teig verkneten und in Klarsichtfolie mindestens eine halbe Stunde – gern auch über Nacht – kühl stellen.
Ausrollen, ausstechen und je nach Ofen bei ca. 170° 6-8 Minuten backen. Die Deckel mit Staubzucker bestäuben und dann können die Keksteile mit Marmelade zusammengeklebt werden.
Wichtig: Die Marmelade vor dem Bestreichen noch einmal aufkochen lassen. Wer will kann sie je nach Gusto und Laune mit etwas Rum, (Orangen-)Saft oder Likör aromatisieren. Wenn die Marmelade erkaltet, kleben die Kekse bombenfest zusammen.           *

Und zum Schluss noch ein Hoch auf alle, die sich in der Vorweihnachtszeit zusätzlich zur üblichen (Haus-)Arbeit noch ins Zeug legen und für die entsprechende Weihnachtsstimmung und den Keksduft sorgen. (klick!)

*                     *

 

 

Rotolo di Coniglio

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Ein letzter Blick zurück ins irdische Paradies. Ein kulinarischer Gruß.

Rotolo di Coniglio (Kaninchenroulade)

Zugegeben ich hab gemogelt: Keine Kaninchen- sondern Hühnerkeulen. Entbeint, gehäutet und gefüllt. Mit Dörrzwetschken in Rotwein aufgekocht, 15 Minuten ziehen lassen. In die Keulen stopfen, Päckchen schnüren, salzen und pfeffern, in Olivenöl scharf anbraten. Dann im Rohr für 15-20 Minuten bei ca. 180° gar ziehen lassen. Zart und saftig – ganz ohne Sauce. Die wirkliche Überraschung: Die Beilage! Hierzulande gar nicht einfach zu bekommen. Milde Pfefferoni. Am besten alte Sorten, die wieder als Gemüse-Raritäten angeboten werden. Mit einem Hauch von Olivenöl im Rohr grillen bis die Haut Blasen wirft. Pfefferonihaut ist so zart, dass sie auch gerne mitgegessen werden kann.
Zum Nachtisch ein Beinhahe-Klassiker:

Crème brûlée mit Rosmarin und Zitrone

180 ml Vollmilch
180 ml Obers/Sahne
3 Rosmarinzweige
Schale einer halben Bio-Zitrone
4 Eigelb
40 g Zucker (nach Geschmack mehr oder weniger)
Brauner Zucker zum Bestreuen

Milch, Obers, Rosmarinzweig und die Hälfte des Zuckers aufkochen lassen. Zitronenschale dazugeben und 15 Minuten ziehen lassen. Inzwischen Eigelb und den Rest des Zuckers verquirlen, aber nicht schaumig schlagen. Die heiße Milch-/Obersmischung langsam in die Eimischung rühren. Alles durch ein Sieb in ofenfeste Auflaufförmchen gießen. Im Wasserbad bei ca. 150° 40-50 Minuten stocken lassen und nach dem Abkühlen noch mindestens vier Stunden im Kühlschrank kaltstellen. Vor dem Servieren mit braunem Zucker bestreuen und mit einem Bunsenbrenner karamellisieren oder im Rohr übergrillen.
Gewöhnlich wird für Rosmarin-Crème brûlée als zusätzliches Aroma Vanille beigemischt. Die Zitrone harmoniert aber viel besser mit dem Rosmarin und sorgt für einen frischen Kick.

Euch wünsche ich noch einen schönen Wochenbeginn, und ich geh jetzt zu Katja und schau mal was die anderen Mädels heute auftischen.

 

Gâteau di pomodori canditi al miele

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Wenn man völlig erschlagen von den Eindrücken und Menschenmassen auf der Buchmesse heimkommt, dann wünscht man sich einen Seelentröster. Oder? Meiner ist noch ein Mitbringsel aus der Toskana. Schnell gemacht, noch schneller gegessen. Dabei würde er sich gut als Jause oder beim Picknick (im Schnee?) machen. Lauwarm. Mit Salat. Oder kalt zwischendurch.

Gâteau di pomodori canditi al miele (Kuchen mit Honig-kandierten Tomaten)

5 Bio-Tomaten
4 Eier
1/2 l Milch
150 g Mehl
2 EL Honig
1 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer

Tomaten mit kochendem Wasser übergießen, bis die Schale aufplatzt. Häuten, vierteln und entkernen. In mundgerechte Stücke schneiden. Olivenöl und Honig in einer Kasserolle erhitzen. Tomaten hinzufügen, nach Geschmack salzen und pfeffern und 20 Minuten bei geschlossenem Deckel köcheln lassen. In der Zwischenzeit Eier, Milch und Mehl zu einer homogenen Masse verquirlen. Nach Geschmack salzen und pfeffern. In eine gebutterte Quiche-Form (28 cm) gießen. Die Tomatenstücke aus dem Saft heben, abtropfen lassen und in der Eimasse verteilen. Im vorgeheizten Rohr bei 180° ca. 30 Minuten backen.

Geschmacklich liegt der Kuchen näher an einem Far breton als an einer Quiche, ist aber weit weniger rustikal und definitiv kein Nachtisch. Wer die Geschmackskombi pikant-fruchtig-süß nicht mag, kann die kandierten Tomaten auch durch getrocknete ersetzen. Für mich ist er so perfekt. Ich hoffe auch für die Sammlung von Katja.

 

Mitbringsel #3

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Ein letztes Mitbringsel aus der Toskana. Eines aus der Küche. Oder gleich vier, die unseren Speiseplan sehr bereichert haben. Unkompliziert, mit wenigen Zutaten, aber dem gewissen Etwas. Den Anfang macht eine Vorspeise, die bei all den anderen Köstlichkeiten oft links liegen gelassen wird. Zu unrecht. Sie ist köstlich, gesund, unendlich variierbar und eignet sich hervorragend als eingenständige Mahlzeit oder für ein Picknick (im nächsten Sommer halt).

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Insalata di farro (Dinkelsalat):

1 Tasse Dinkel
1 kl. rote Zwiebel
1 Handvoll Kirschtomaten
Oliven nach Geschmack
1 Tasse gekochter Mais
3 Sardellenfilets (können auch weggelassen werden)
etwas Olivenöl, Salz, Pfeffer

Den Dinkel kann man gerne durch Rollgerste oder Zartweizen ersetzen – Letzterer ist dazu ratz-fatz fertig. Auch die anderen Zutaten können nach Lust und Laune variiert oder ausgetauscht werden – die Italiener geben gern gekochten Schinken, Erbsen, Karotten u.ä. dazu oder bereiten eine fischige Variante mit Schrimps und Garnelen.
Dinkel nach Herstelleranweisung in Salzwasser oder Brühe weichkochen und abgießen. Die Zwiebel fein hacken, Tomaten halbieren, Sardellen in Stücke zupfen. Zusammen mit den entsteinten Oliven und dem Mais unter den Dinkel heben und mit etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer abschmecken und mindestens zwei Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen.

Damit geht’s zu Katjas My Monday Mhhhhhh.

Hier wird eine kleine Blogpause eingelegt, denn ich bin diese Woche auf der Buchmesse in Frankfurt.

Habt eine schöne Herbstwoche!

 

 

Fior di Latte Steckerleis

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Seit fünf Wochen ist hier Hochsommer. Und mit Hochsommer meine ich vor allem hoch. Die Temperaturen steigen weit über 30° und schrammen seit zwei Wochen immer wieder an der 40°-Marke vorbei. Beneidenswert die Menschen, die bei solcher Hitze aufblühen. Ich gehöre leider nicht dazu, was auch daran liegen mag, dass die Hitze in der Großstadt im Allgemeinen und arbeitetenderweise in einer Dachgeschoßwohnung im Speziellen weniger erträglich ist, als im Grünen, im Schatten der Bäume oder am Wasser. Um mir diese Hitze erträglicher zu machen, hab ich mir einen Eisschwerpunkt für den August ausgedacht. Beginnen möchte ich mit italienischem Fior di Latte-Eis. Das Rezept ergibt ca. 900ml:
200 ml Milch
300 ml Schlagobers/Sahne
100-150 g Zucker (nach Geschmack)
150 g Marscarpone

Milch und Zucker in einem Topf aufkochen, Mascarpone zugeben und noch einmal aufkochen. Den Topf vom Herd nehmen. Sobald die Flüssigkeit abgekühlt ist, das halb steif geschlagene Obers unterheben. In einem verschließbaren Behälter einfrieren und gelegentlich vom Rand her umrühren, damit sich nicht zu viele Eiskristalle bilden. Ich hab das recht süße und nicht grad leichte Eis mit einem ungezuckerten Fruchtpüree aus Himbeeren und Schwarzbeeren (Blaubeeren) kombiniert und in Eislutscherformen eingefroren.

Lasst es Euch schmecken!

 

Ars Pro Toto

kunst für alle/s
illustration und handgemachtes

ars pro toto bei brigitte-mom

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